Pressespiegel

Großer Polit-Aufmarsch zur Feier des 20. Geburtstags des Tageselternvereins

Neckar Chronik, 15.02.2016

Im proppenvollen Steinhaus und vor vielen Polit- und Verwaltungsgrößen aus verschiedenen politischen Richtungen feierte der Horber Tageselternverein (TEV) seinen 20. Geburtstag. Neben vielen lobenden Worten über die geleistete Arbeit, goss die Landesvorsitzende Christina Metke aber doch etwas Wasser in den Wein der öffentlichen Wertschätzung.

Horb. Paul Huber, zusammen mit Oberbürgermeister Peter Rosenberger Vorsitzender des TEV, der gemeinsam mit Carolin Beutter durch den Festakt führte, nahm – durchaus etwas stolz – zunächst die Begrüßung der Ehrengäste vor. Allen voran Horbs Stadtoberhaupt Peter Rosenberger, die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD), die Landtagsabgeordneten Norbert Beck (CDU) und Dr. Timm Kern (FDP), Landrat Dr. Klaus Michael Rückert (CDU), diverse Bürgermeister sowie Stadt- und Ortschaftsräte und nicht zuletzt die beiden weiteren Landtagskandidaten Uta Schumacher (SPD) und Wolf Hoffmann (Grüne). Auch viele Behördenvertreter waren der Einladung gefolgt. Dementsprechend lang sollte hernach der Reigen der Grußworte ausfallen.

  

Doch zunächst trat Peter Straubs Bildechinger Kinderchor mit zwei spritzig und frech vorgetragenen Liedbeiträgen vors Publikum, um dieses nicht zur zu unterhalten, sondern auch zu entspannen. Ein ähnliches Ziel verfolgte Jung-Filmemacherin Marie Crämer (20) aus Horb mit ihrem Beitrag über die Arbeit im Tageselternverein Horb. Diesen Ball nahm Rosenberger praktisch in Doppelfunktion als Stadtoberhaupt und gleichzeitiger Co-Vorsitzender des TEV in seiner Rede gerne auf. Er freute sich zunächst ganz besonders darüber, unter den vielen Gästen auch die Gründungsmitglieder des TEV von vor 20 Jahren, Monika Steimle und Elisabeth Brix, willkommen heißen zu können. Dass inzwischen kreisweit über 700 Kinder die Dienste des Vereins regelmäßig annehmen und dass dies immer noch mehr werden, spreche für die Erfolgsgeschichte dieser flexibleren Betreuung.

300000 Euro werden pro Jahr bewegt

Dass dabei inzwischen pro Jahr über 300000 Euro bewegt werden, erst recht. Sein Dank galt seinem Co-Vorsitzenden Paul Huber, auf den er sich immer verlassen könne und der einen überaus engagierten Job abliefere. Rosenberger bezeichnete den TEV auch als „Sprachrohr für betreuende Väter und Mütter“ und verwies darauf, dass die Stadt Horb 150000 Euro jährlich hierfür beisteuere, dies aber gerne tue, „denn das ist eine Investition in die Zukunft“. Gleichzeitig betonte der OB, dass dies „keine Konkurrenz zu anderen Institutionen“ darstelle. Rosenberger befand, wie später weitere Redner, dass über eine finanziell bessere Unterstützung des TEV durchaus diskutiert werden müsse.

Landrat Rückert hob das Engagement und die Bereitschaft vieler Tageseltern hervor, nannte die 160 Stunden umfassende Ausbildung plus die weiteren 15 Stunden pro Jahr, die aufgebracht werden müssen, um zertifiziert zu sein. Die inzwischen kreisweite Arbeit des TEV reibe sich nicht mit der gleichfalls qualifizierten Arbeit etwa in Kitas oder in Kindergärten. Viel mehr sei in diesen 20 Jahren „ein Vertrauen und eine Wertschätzung mit dem Landkreis Freudenstadt aufgebaut worden“. Rückert versprach „weiteres Engagement“ und übergab Paul Huber einen Scheck in Höhe von 1000 Euro, „der allerdings von der Kreissparkasse stammt“, so ein schmunzelnder Landrat.

Für die Bürgermeister im Landkreis sprach Bernhard Haas aus Dornstetten, aus Freudenstadt den Vortritt beim Grußwort gelassen hat. Haas betonte, dass man „mit Stolz und großer Zufriedenheit“ auf die Arbeit der vergangenen 20 Jahre zurück blicken könne und dies „eine Erfolgsgeschichte“ sei. Die Zeichen der Zeit seien damals von Horb aus früh erkannt worden und die Gemeinden wüssten dies sehr wohl. Mit der Aufforderung an alle Frauen, „im Beruf zu bleiben“, stieg Saskia Esken, die selbst mehrfache Mutter ist, in ihr Grußwort ein. Sie hob die Vielfalt der im TEV geleisteten und profunden Arbeit hervor. Der aktuellen Landesregierung in Stuttgart sei sie „dankbar“ dafür, dass diese die Betriebskosten bei den TEV übernommen habe. Esken abschließend: „Der TEV ist aus dem sozialen Netzwerk im Landkreis nicht mehr wegzudenken.“

Für Norbert Beck kümmere sich der TEV vorbildlich um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Politik habe hierfür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Seine Erkenntnis: „Die Kindertagespflege in Baden-Württemberg besticht durch eine hohe Qualität und ist eine wichtige Säule in der Kinderbetreuung. Sein Landtagskollege Timm Kern sprach von einem „unverzichtbaren Beitrag im Landkreis für unsere Kleinsten“. Die geleistete Arbeit sei „ein erfolgreicher Baustein in der Kinderbetreuung“. Politisches Ziel müsse es sein, die Arbeit der TEV „gleichartig anzuerkennen“, um so für eine „echte Wahlfreiheit“ sorgen zu können. Kern zollte dann Paul Huber großen Respekt.

Forderung nach besserer finanzieller Hilfe

Anerkennend vermerkte die TEV-Landeschefin Christina Metke, dass sich das Verhältnis von der Politik gegenüber der Kindertagespflege in den letzten Jahren „positiv entwickelt“ habe. Gerade der Landkreis Freudenstadt habe dabei „eine Leuchtturm-Funktion“ übernommen. Es gelte freilich, die finanziellen Rahmenbedingungen zu Gunsten der TEV zu verbessern. Froh sei sie immerhin darüber, „dass CDU, Grüne und SPD dies in ihren Wahlprogrammen drin haben“. Die Arbeit der Tageseltern werde durch die sich verschärfende Flüchtlingssituation nämlich nicht einfacher.

Bevor es zum opulenten kalt-warmen Buffet ging trat noch die Theatergruppe der AWO Horb mit zwei Sketchen auf. Und auch Luitgart Oberländer und Sabine Fritz bereicherten noch das dichte Programm.

Tageselternverein feiert 20-jähriges Bestehen

Schwarzwälder Bote 15.02.2016

Peter Rosenberger, Klaus Michael Rückert und Paul Huber (von rechts) zeichneten die neuen zertifizierten Tagesmütter aus. Foto: Schwarzwälder-Bote

Horb - Vor 20 Jahren, am 13. Februar 1996, wurde der Tageselternverein im Landkreis Freudenstadt in Horb gegründet. Dies wurde am Samstagabend im Steinhaus mit Rückblicken, Ausblicken und Ehrungen gefeiert.

Paul Huber, der zweite Vorsitzende des Tageselternvereins im Landkreis Freudenstadt, konnte seine Freude an diesem Abend kaum verhehlen. Zum einen, weil sein Verein am Samstagabend sein 20-jähriges Bestehen feierte und zum anderen, weil diese Feier auch noch im Wahlkampf stattfand. Denn so konnte der Verein besonders wirksam auf sich aufmerksam machen.

         

Derzeitige Betreuung ist erst der Anfang

Und tatsächlich, von den Politikern, die für ein Mandat im Landtag kandidierten, sicherten einige ihre Unterstützung zu. Der Horber Timm Kern (FDP) möchte sich "für die Wahlfreiheit der Eltern einsetzen", die ihnen ermöglicht, dass man entweder auf die Betreuung in einem Kindergarten zurückgreift oder das Angebot einer Tagesmutter wahrnimmt. Norbert Beck von der CDU sagte, dass der Verein auch weiterhin auf die Unterstützung der Partei setzen könne. Und er setze sich dafür ein, dass die Angebote der Tagespflege vergleichbar mit den Angeboten der Kommunen werden können.

Auch von den Politikern, die derzeit nicht zur Wahl stehen, gab es Unterstützung. Allen voran Oberbürgermeister Peter Rosenberger, der der Vorsitzende des Vereins ist und drei Kinder in der Tagespflege betreuen lässt. Rosenberger wies darauf hin, dass die derzeitige Betreuung von rund 700 Kindern erst der Anfang sei, "denn die Arbeit wird immer flexibler und so muss es auch die Betreuung sein". Deshalb solle es von der Stadt mehr Geld geben, so Rosenberger. 1000 Euro gab es an diesem Abend von der Kreissparkasse Freudenstadt.

Landrat Klaus Michael Rückert übergab die Spende an Rosenberger. "Als unverzichtbaren Kooperationspartner" bezeichnete Bernhard Haas, Bürgermeister von Dornstetten, als Vertreter der Kreisgemeinde, den Verein für den Landkreis. "In Horb hatte man die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt und gehandelt", so Haas. Die, die damals diese Zeichen erkannt haben, waren Barbara Wais und Elisabeth Brix, die mit fünf anderen das Gründungsprotokoll in den damaligen Schillerstuben unterschrieben haben. 1996 waren es 28 Kinder, die es zu betreuen gab. "Damals musste man, wenn man eine D-Mark ausgeben wollte, lange suchen. Meistens waren es dann die Vorsitzenden selbst, die spendeten", erzählte Paul Huber.

2003 wurde der Verein für den ganzen Landkreis zuständig. 2007 übernahmen Monika Steimle und Birgit Saile-Killing und erhöhten unter ihrem Vorsitz die Zahl bis 2009 auf 314 Kinder. Die derzeit rund 700 Kinder kann man nur betreuen, wenn die Arbeit professionell ist, dies zeigte unter anderen ein Film, der anlässlich des Jubiläums gedreht worden war und die Arbeit des Vereins vorstellt.

Zehn Tagesmütter können sich nun "Qualifizierte Tagespflegepersonen" mit einem Zertifikat des Bundesverbands Kindertagespflege nennen. Ihnen wurde die Urkunde bei der Feier überreicht. Die Tagesmütter haben 160 Qualifizierungsstunden hinter sich. Sieben Tagesmütter wurden ebenso in den neu gegründeten Club "30+" aufgenommen. Sie haben als Tagesmütter mehr als 30 Kinder betreut. Kein Wunder also, dass die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Privatschulen in Deutschland den Verein als "Leuchtturm" bezeichnete.

Ein Verein also, der mit besonderen Leistungen hervorragt und Vorbild für andere ist. "Vor allem, wenn man sieht, dass wir im Land pro Jahr 1000 Tagesmütter neu qualifizieren, aber auch 1000 pro Jahr verlieren", sagte Metke in Richtung der Tageseltern im Landkreis. Der Kinder- und Jugendchor aus Bildechingen gab der Veranstaltung mit der AWO Theatergruppe einen künstlerischen Rahmen und lockerte den Abend rund um das Jubiläum, die Reden und Ehrungen auf.

 

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