Presse

Tageseltern gefragt

Schwarzwälder Bote, 16.08.2019

Freudenstadt/Horb. Der Bedarf an Tagesmüttern und Tagesvätern ist in den vergangenen Jahren im Landkreis Freudenstadt stark angestiegen. "Momentan ist es sehr schwierig, für alle Familien die passende Tagesmutter zu finden", sagt Ulrike Schäfer, Fachberaterin beim Tageselternverein.

Tageseltern kümmern sich im eigenen Haushalt um Kleinkinder bis drei Jahre, teilweise auch um Kinder nach oder vor dem Kindergarten oder nach der Schule, in kleinen Gruppen von insgesamt nicht mehr als fünf Kindern.

Wie der Tageselternverein mitteilt, werden im Landkreis Freudenstadt aktuell 383 Kinder bei 109 Tagesmüttern und zwei Tagesvätern betreut. Gebraucht würden noch mehr, zumal viele der jetzigen Tagesmütter in absehbarer Zeit altershalber in Rente gehen, so der Verein. Die Grundqualifizierung bildet in 160 Unterrichtseinheiten die angehenden Tagesmütter nicht nur in alltagspraktischen Fragen aus, sondern umfasst auch eine große Bandbreite fachpädagogischer Kenntnisse. Künftige Tagesmütter oder Tagesväter sollten Freude am Umgang mit Kindern mitbringen, betont Paul Huber, zweiter Vorsitzender des Tageselternvereins Freudenstadt. Gefragt seien aber auch noch gute Schrift- und Sprachkenntnisse in Deutsch und Organisationstalent. Am 11. Oktober startet der neue Grundqualifizierungskurs beim Tageselternverein. Interessenten können sich bei Melanie Pontiero (Büro Horb), Telefon 07451/6 27 94 06, oder Irina Novolodskih (Büro Freudenstadt), Telefon 07441/ 86 39 66, melden.

Neue Tagesmütter erhalten Zertifikate

Schwarzwälder Bote, 14.05.2019

Bei der Zertifikatsfeier: die neuen Tagesmütter mit Vertretern des Tageselternvereins Freudenstadt und des Landratsamts. Foto: Schwark Foto: Schwarzwälder Bote

Freudenstadt. Bei einer öffentlichen Zertifikatsfeier im Bistro des Landratsamts Freudenstadt erhielten aus Anlass des "Tags der Kinderbetreuung" einige Tagesmütter vom Tageselternverein Freudenstadt ihre Zertifikate.

Sie hatten im vergangenen Jahr ihr Abschlusskolloquium bestanden. Der zweite Vorsitzende des Tageselternvereins Landkreis Freudenstadt, Paul Huber, begrüßte dazu auch die Jugendamtsleiterin Charlotte Orzschig und Diane Schreitmüller als Leiterin der Qualifizierung. Huber erläuterte, wie der Tag der Kinderbetreuung zustande kam. Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag von Peter Gärtner im Jahr 2012. Die Absolventinnen bereiteten sich eineinhalb Jahre lang ein- bis zweimal die Woche oder an Wochenenden auf ihre neue Aufgabe vor. 160 Stunden Theorie mussten gebüffelt werden. Nach den ersten 30 Stunden durften die Absolventinnen aber bereits mit Kindern zusammenarbeiten. Die Ausbildung war in sechs Module gegliedert. Am Ende der Ausbildung musste jede Teilnehmerin eine pädagogische Konzeption verfassen. Dabei wurden eine "Dilemma-Situation" analysiert und in einem halbstündigen Gespräch mögliche Lösungen aufgezeigt.

Glückwünsche und Dank für die geleistete Arbeit sprach Jugendamtsleiterin Charlotte Orzschig den Tagesmüttern aus. Deren wichtige Arbeit werde auch von den Kommunen gesehen, betonte Jochen Veit aus Baiersbronn als Vertreter der Kommunen. Die erfolgreichen Absolventinnen stammen aus Alpirsbach, Baiersbronn, Freudenstadt, Horb, Pfalzgrafenweiler und Schopfloch. Paul Huber versprach ihnen, sich weiterhin für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege einzusetzen. Ziel sei es, dass jemand, der 40 Jahre lang als Tagesmutter gearbeitet habe, mehr als die Grundrente erhalte.

Diane Schreitmüller überreichte die Zertifikate und Rosen. Die Absolventinnen konnten sich an einem Büfett stärken und Musikstücke des Trios Quintfall genießen.

Beate Ade, Johanna Baumann, Corinne Grims, Katharina Huss, Judith Heberle, Mandy Oesterle, Larissa Nafz, Katharina Schlegel, Tanja Würth und Susanne Münstermann.

Kommt 24-Stunden-Kindergarten?

Schwarwälder Bote, 09.04.2019

Der Vorstand und die Geehrten des Tageselternvereins mit Gemeinderat Peter Schäfer (links). Foto: Baiker

Kreis Freudenstadt - Kommen im Landkreis Freudenstadt bald 24-Stunden-Kindergärten, die sieben Tage die Wochen geöffnet sind? Peter Rosenberger, Horber OB und Vorsitzender des Tageselternvereins im Landkreis, hält das zumindest für eine Überlegung wert.

Dies war Thema in der Hauptversammlung des Tageselternvereins in Wiesenstetten. Laut Rosenberger erfülle der Tageselternverein eine wichtige Funktion, auch im Zusammenspiel mit dem Jugendamt. Jedes Jahr finde die Hauptversammlung des Vereins in einer anderen Stadt oder Gemeinde statt, um den Bürgermeistern vor Augen zu führen, wie wichtig die Tagespflege ist. Es werde "großartige Arbeit" geleistet. Rosenberger geht sogar davon aus, dass man künftig auch über einen 24-Stunden-Kindergarten nachdenken müsse, der auch am Wochenende geöffnet hat. Die Kindertagespflege werde immer wichtiger.

Vorstand macht weiter

Laut Paul Huber, Vize-Vorsitzender, nimmt die Zahl der betreuten Kinder durch den Tageselternverein seit 1996 zu. 2018 wurden 656 Kinder in 711 Betreuungsverhältnissen betreut, davon waren 359 jünger als drei Jahre. 49 Kinder davon waren ein Jahr alt, 97 zwei Jahre alt. Tageseltern haben eine wichtige Funktion im Landkreis Freudenstadt. In der Fachberatung für die Kindertagespflegestellen gibt es sechs Fachberaterinnen mit einem Gesamtumfang von 4,85 Vollzeitstellen. Die Fachberatung habe wichtige Aufgaben, darunter die Beratung der Eltern sowie die Vermittlung, Beratung und Begleitung der Tagespflegepersonen. Dazu komme die Suche neuer Tageseltern sowie deren Aus- und Weiterbildung, Konfliktberatung, Krisenintervention, die Organisation von Vertretungen, Ferienbetreuung in Horb sowie die Beratung in Sonderfällen wie Inklusion. Den Kassenbericht trug Susanne Schnürle vor. Die Entlastung beantragte Peter Schäfer, der als Gemeinderat von Empfingen ein Grußwort gehalten hatte. Sie erfolgte einstimmig. Schäfer leitete auch die Wahlen (Info).

Für die Kampagne des Tageselternvereins zur Kommunalwahl, hauptsächlich adressiert an die Kandidaten für den Kreistag, wurde ein Arbeitspapier verabschiedet, Daring gibt es Informationen zu Geldleistungen in der Kindertagepflege. Gefordert wird eine bessere Entlohnung der Randzeiten morgens von 8 Uhr und abends nach 18 Uhr, die Honorierung der Teilnahme an Fortbildungen, die Einführung eines Sockelbetrags statt der linearen Erhöhung der Förderleistung, ein Zusatzbetrag für die Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf und die Förderung der Übernachtung von Kindern in den Pflegefamilien von 22 bis 6 Uhr mit vier Stunden. Auf alle Fälle sei eine Weiterentwicklung der laufenden Geldleistung für die Tageseltern notwendig, um wenigstens den gesetzlichen Mindestlohn zu erreichen, so der Verein.

Da die Hauptversammlung in Wiesenstetten stattfand, lieferte der Verein einige Zahlen speziell für Empfingen. Demzufolge gibt es zwei Tagespflegepersonen in der Gemeinde, die zusammen sieben Betreuungsplätze anbieten.

Vier Plätze sind für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, zwei davon sind aktuell belegte Plätze durch Kinder U3 2. Darüber hinaus werden fünf Kinder über drei Jahren betreut, die allesamt schulpflichtig sind. In der Summe würden aktuell sieben Kinder aus Empfingen im Ort betreut.

Um zu zeigen, was die Tageseltern im Landkreis leisten, führte der Vorstand folgenden Vergleich an: Um alle Kinder unter drei Jahren, die derzeit auf diese Weise betreut werden, in kommunalen Einrichtungen unterzubringen, müssten im Landkreis 22 zusätzliche Krippengruppen geschaffen werden.

Eine Reihe von Tagesmüttern wurde geehrt . Langjährige Mitglieder sind Miriam Rothfuß, Elisabeth Schnürle und Gabriele Seeger, Sabine Fritz, Sita Gessert, Jutta Gücli, Ina Münzberg und Renate Turner. Für 20 Jahre wurde Susanne Walter aus Empfingen geehrt

Info: Wahlen

Bei den Wahlen wurden die Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt:

Peter Rosenberger bleibt Vorsitzender

Paul Huber bleibt Stellvertreter

Eva Finkbeiner bleibt Schriftführerin

Susanne Schnürle bleibt Kassenwartin.

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