Pressespiegel

Immer mehr Babys bei Tageseltern

Schwarzwälder Bote, 20.03.2017

Der Tageselternverein im Landkreis Freudenstadt wächst weiter. Mit 727 Betreuungsverhältnissen verbuchte er ein Plus von drei Prozent. Vor allem bei den Babys und Kleinkindern stieg die Quote rasant.

Kreis Freudenstadt. Diese Jahresbilanz zog am Samstag Paul Huber, Vize-Vorsitzender des Vereins, in Horb. Er macht einen klaren Trend aus: "Die Zahl der Kinder unter einem Jahr, die von uns betreut werden, ist sogar um 13 Prozent angestiegen! Bei den Kinder unter drei Jahren verzeichneten wir einen Zuwachs von zehn Prozent. Das ist ein klares Indiz dafür, dass Eltern unsere flexibleren Leistungen vermehrt nachfragen."

Nachfrage steigt weiter

Die Jahresbilanz 2016. Für den Tageselternverein ein weiteres erfolgreiches Jahr zum 20. Jubiläum. Für Huber waren eines der "Highlights" im Jubiläumsjahr die insgesamt sechs Flüchtlingskinder, die in Alpirsbach betreut wurden. Huber: "Die sprechen einfach altersentsprechend Deutsch. Das ist toll, das zu sehen."

Der Tageselternverein. Er ist flexibler als die Kitas. Egal, ob die Kleinen morgens um 5.30 Uhr betreut werden müssen oder bis 22 Uhr – unter den 136 Tagesmüttern findet sich immer eine Möglichkeit. Obwohl, so Huber: "Wir haben auch zwei Männer: Einen in Freudenstadt und einen Großvater, der auch seinen Enkel betreut."

Laut der Kubik-Studie sei die Prozessqualität in der Kindertagespflege besser als im Kindergarten. Das liege sicherlich auch daran, dass der Tageselternverein sein Personal gut ausbilde und es eine vierwöchige Eingewöhnungszeit gebe, bei der die Eltern der Kinder bei den Tageseltern mit dabei sind. Zwar ist die Zahl der Tagespflegepersonen des Vereins von 134 Aktiven auf 136 gestiegen, allerdings gibt es Nachwuchsprobleme. Huber: "15 haben ihre Tätigkeit beendet, zehn haben neu angefangen. Wenn das zehn Jahre so weitergeht, dann haben wir niemand mehr." Die Wirtschaft brummt, da sei es für Frauen leichter und oft attraktiver, in die Wirtschaft zu gehen.

Pro Kind bekommt eine Tagesmutter 5,50 Euro pro Stunde. Huber: "Weil es aber nicht mehr als fünf Kinder auf einmal sein dürfen und sich die Kinder über den Tag verteilen, kommen die Tagespflegepersonen als Selbstständige nicht besonders weit. Unter unseren Tagesmüttern haben wir wenige, die über 1500 Euro zu versteuerndes Einkommen haben." Deshalb ist es eine "riesige Herausforderung", neue Tagesmütter oder -väter zu finden. Die Nachfrage allerdings scheint weiter zu steigen. Auf der Homepage des Tageselternvereins haben schon Eltern aus Lübeck angefragt, die demnächst in den Landkreis Freudenstadt umziehen wollen.

Zwar gibt es Forderungen vom Landesverband der Tageseltern, die Erhöhungen des Stundenlohns fordern. Huber: "Es sind Forderungen von mindestens 6,50 Euro im Raum. Randzeiten sollten noch einmal mit einem Euro höher vergütet werden." Denn: Der Elternbeitrag orientiert sich am Kita-Beitrag und liegt bei 1,97 Euro anteilig pro Stunde. Den Rest zahlt der jeweilige Landkreis. Das kostet den Landkreis Freudenstadt laut Huber jährlich durchschnittlich zwei Millionen Euro. Kommt die Stundensatzerhöhung für die Tageseltern, dann würde das den Landkreis zwischen 300 000 und 500 000 Euro jährlich mehr kosten. Huber: "Insgesamt kommen wir mit dem Landkreis sehr gut aus. Die Zusammenarbeit ist unkompliziert, und wir sind gut im Landkreis aufgestellt."

Tag der offenen Tür hatte der Tageselternverein, Foto: Hoppe

Spaß der Kinder freut die Betreuerinnen

Stadt Horb macht mit Hilfe des Tageselternvereins durchgängiges Freizeitangebot in den Sommerferien

Schwarzwälder Bote, 02.09.2016

Sechs Wochen Urlaub nehmen, weil Ferien sind? Für berufstätige Eltern ist das unmöglich, wie Paul Huber vom Tageselternverein erklärt. Der Verein hat die Betreuungslücke in den drei letzten Augustwochen mit einem eigenen Angebot gefüllt. 

Alexandra Haizmann (oben) und Aylin Kandemir (rechts) betreuen die Kinder im Auftrag des Tageselternvereins. Foto: Müssigmann

Horb. Familienfreundliche Kommune – so nennt sich die Stadt Horb. Dieses Etikett will nimmt man in der Verwaltung offenbar ernst: Sie hat den Tageselternverein beauftragt, die Betreuungslücke in den Ferien zu schließen, wenn keine sonstige Betreuung – wie etwa Stadtranderholung – geboten ist.

Von 15. August bis heute haben zwei Lehramtsstudentinnen insgesamt 16 Kinder betreut. Basis des Angebots war die Mensa des Martin-Gerbert-Gymnasiums. Die Berufstätigkeit der Eltern war kein Kriterium für die Teilnahme der Kinder – anders als in der Tagesbetreuung bei einer Tagesmutter, wie der Vorsitzende des Tageselternvereins, Paul Huber, erklärt.

Die Dauer der Betreuung war variabel – pro Wochen nahmen demnach im Schnitt zehn Kinder gleichzeitig teil. Das Wetter hat es den Organisatoren leicht gemacht, ihr Programm, das meist außerhalb des Mensagebäudes stattgefunden hat, durchzuziehen: Dazu gehörten ein Ausflug ins

Freibad auf der Schütte, Planschen am Wasserspielplatz oder Eisessen gehen. Dem achtjährigen Maximilian hat es am besten gefallen, mit seinen Freunden im leeren Pausenhof zu spielen. »Wir haben hier kein padagogisches Förderprogramm, es geht um sinnvolle Freizeitbeschäftigung «, sagt Huber. Viele Kinder genießen die freie Zeit, indem sie jedes Tierchen und Blümchen am Wegesrand begutachten, berichten die Betreuerinnen.

Studentinnen mit Berufswunsch Lehrerin organisieren Programm

Die beiden Betreuerinnen hatten Spaß an der Aufgabe und sich was dazuverdient. Aylin Kandemir (26) aus Horb studiert Grundschullehramt und sagt: »Ich arbeite eh gerne mit Kindern.« Alexandra Haizmann aus Nagold-Hochdorf (20) studiert unter anderem Physik auf Gymnasiallehramt und sagt: »Es freut mich, die Freude in den Gesichtern zu sehen, wenn sie was machen, das ihnen Spaß macht.« Das Angebot wird teils über Elternbeiträge (85 Euro pro Woche) finanziert, den Restbetrag

übernimmt die Stadt. Der Tageselternverein organisiert das Angebot.

Großer Polit-Aufmarsch zur Feier des 20. Geburtstags des Tageselternvereins

Neckar Chronik, 15.02.2016

Im proppenvollen Steinhaus und vor vielen Polit- und Verwaltungsgrößen aus verschiedenen politischen Richtungen feierte der Horber Tageselternverein (TEV) seinen 20. Geburtstag. Neben vielen lobenden Worten über die geleistete Arbeit, goss die Landesvorsitzende Christina Metke aber doch etwas Wasser in den Wein der öffentlichen Wertschätzung.

Horb. Paul Huber, zusammen mit Oberbürgermeister Peter Rosenberger Vorsitzender des TEV, der gemeinsam mit Carolin Beutter durch den Festakt führte, nahm – durchaus etwas stolz – zunächst die Begrüßung der Ehrengäste vor. Allen voran Horbs Stadtoberhaupt Peter Rosenberger, die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD), die Landtagsabgeordneten Norbert Beck (CDU) und Dr. Timm Kern (FDP), Landrat Dr. Klaus Michael Rückert (CDU), diverse Bürgermeister sowie Stadt- und Ortschaftsräte und nicht zuletzt die beiden weiteren Landtagskandidaten Uta Schumacher (SPD) und Wolf Hoffmann (Grüne). Auch viele Behördenvertreter waren der Einladung gefolgt. Dementsprechend lang sollte hernach der Reigen der Grußworte ausfallen.

  

Doch zunächst trat Peter Straubs Bildechinger Kinderchor mit zwei spritzig und frech vorgetragenen Liedbeiträgen vors Publikum, um dieses nicht zur zu unterhalten, sondern auch zu entspannen. Ein ähnliches Ziel verfolgte Jung-Filmemacherin Marie Crämer (20) aus Horb mit ihrem Beitrag über die Arbeit im Tageselternverein Horb. Diesen Ball nahm Rosenberger praktisch in Doppelfunktion als Stadtoberhaupt und gleichzeitiger Co-Vorsitzender des TEV in seiner Rede gerne auf. Er freute sich zunächst ganz besonders darüber, unter den vielen Gästen auch die Gründungsmitglieder des TEV von vor 20 Jahren, Monika Steimle und Elisabeth Brix, willkommen heißen zu können. Dass inzwischen kreisweit über 700 Kinder die Dienste des Vereins regelmäßig annehmen und dass dies immer noch mehr werden, spreche für die Erfolgsgeschichte dieser flexibleren Betreuung.

300000 Euro werden pro Jahr bewegt

Dass dabei inzwischen pro Jahr über 300000 Euro bewegt werden, erst recht. Sein Dank galt seinem Co-Vorsitzenden Paul Huber, auf den er sich immer verlassen könne und der einen überaus engagierten Job abliefere. Rosenberger bezeichnete den TEV auch als „Sprachrohr für betreuende Väter und Mütter“ und verwies darauf, dass die Stadt Horb 150000 Euro jährlich hierfür beisteuere, dies aber gerne tue, „denn das ist eine Investition in die Zukunft“. Gleichzeitig betonte der OB, dass dies „keine Konkurrenz zu anderen Institutionen“ darstelle. Rosenberger befand, wie später weitere Redner, dass über eine finanziell bessere Unterstützung des TEV durchaus diskutiert werden müsse.

Landrat Rückert hob das Engagement und die Bereitschaft vieler Tageseltern hervor, nannte die 160 Stunden umfassende Ausbildung plus die weiteren 15 Stunden pro Jahr, die aufgebracht werden müssen, um zertifiziert zu sein. Die inzwischen kreisweite Arbeit des TEV reibe sich nicht mit der gleichfalls qualifizierten Arbeit etwa in Kitas oder in Kindergärten. Viel mehr sei in diesen 20 Jahren „ein Vertrauen und eine Wertschätzung mit dem Landkreis Freudenstadt aufgebaut worden“. Rückert versprach „weiteres Engagement“ und übergab Paul Huber einen Scheck in Höhe von 1000 Euro, „der allerdings von der Kreissparkasse stammt“, so ein schmunzelnder Landrat.

Für die Bürgermeister im Landkreis sprach Bernhard Haas aus Dornstetten, aus Freudenstadt den Vortritt beim Grußwort gelassen hat. Haas betonte, dass man „mit Stolz und großer Zufriedenheit“ auf die Arbeit der vergangenen 20 Jahre zurück blicken könne und dies „eine Erfolgsgeschichte“ sei. Die Zeichen der Zeit seien damals von Horb aus früh erkannt worden und die Gemeinden wüssten dies sehr wohl. Mit der Aufforderung an alle Frauen, „im Beruf zu bleiben“, stieg Saskia Esken, die selbst mehrfache Mutter ist, in ihr Grußwort ein. Sie hob die Vielfalt der im TEV geleisteten und profunden Arbeit hervor. Der aktuellen Landesregierung in Stuttgart sei sie „dankbar“ dafür, dass diese die Betriebskosten bei den TEV übernommen habe. Esken abschließend: „Der TEV ist aus dem sozialen Netzwerk im Landkreis nicht mehr wegzudenken.“

Für Norbert Beck kümmere sich der TEV vorbildlich um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Politik habe hierfür die Rahmenbedingungen zu schaffen. Seine Erkenntnis: „Die Kindertagespflege in Baden-Württemberg besticht durch eine hohe Qualität und ist eine wichtige Säule in der Kinderbetreuung. Sein Landtagskollege Timm Kern sprach von einem „unverzichtbaren Beitrag im Landkreis für unsere Kleinsten“. Die geleistete Arbeit sei „ein erfolgreicher Baustein in der Kinderbetreuung“. Politisches Ziel müsse es sein, die Arbeit der TEV „gleichartig anzuerkennen“, um so für eine „echte Wahlfreiheit“ sorgen zu können. Kern zollte dann Paul Huber großen Respekt.

Forderung nach besserer finanzieller Hilfe

Anerkennend vermerkte die TEV-Landeschefin Christina Metke, dass sich das Verhältnis von der Politik gegenüber der Kindertagespflege in den letzten Jahren „positiv entwickelt“ habe. Gerade der Landkreis Freudenstadt habe dabei „eine Leuchtturm-Funktion“ übernommen. Es gelte freilich, die finanziellen Rahmenbedingungen zu Gunsten der TEV zu verbessern. Froh sei sie immerhin darüber, „dass CDU, Grüne und SPD dies in ihren Wahlprogrammen drin haben“. Die Arbeit der Tageseltern werde durch die sich verschärfende Flüchtlingssituation nämlich nicht einfacher.

Bevor es zum opulenten kalt-warmen Buffet ging trat noch die Theatergruppe der AWO Horb mit zwei Sketchen auf. Und auch Luitgart Oberländer und Sabine Fritz bereicherten noch das dichte Programm.

Tageselternverein feiert 20-jähriges Bestehen

Schwarzwälder Bote 15.02.2016

Peter Rosenberger, Klaus Michael Rückert und Paul Huber (von rechts) zeichneten die neuen zertifizierten Tagesmütter aus. Foto: Schwarzwälder-Bote

Horb - Vor 20 Jahren, am 13. Februar 1996, wurde der Tageselternverein im Landkreis Freudenstadt in Horb gegründet. Dies wurde am Samstagabend im Steinhaus mit Rückblicken, Ausblicken und Ehrungen gefeiert.

Paul Huber, der zweite Vorsitzende des Tageselternvereins im Landkreis Freudenstadt, konnte seine Freude an diesem Abend kaum verhehlen. Zum einen, weil sein Verein am Samstagabend sein 20-jähriges Bestehen feierte und zum anderen, weil diese Feier auch noch im Wahlkampf stattfand. Denn so konnte der Verein besonders wirksam auf sich aufmerksam machen.

         

Derzeitige Betreuung ist erst der Anfang

Und tatsächlich, von den Politikern, die für ein Mandat im Landtag kandidierten, sicherten einige ihre Unterstützung zu. Der Horber Timm Kern (FDP) möchte sich "für die Wahlfreiheit der Eltern einsetzen", die ihnen ermöglicht, dass man entweder auf die Betreuung in einem Kindergarten zurückgreift oder das Angebot einer Tagesmutter wahrnimmt. Norbert Beck von der CDU sagte, dass der Verein auch weiterhin auf die Unterstützung der Partei setzen könne. Und er setze sich dafür ein, dass die Angebote der Tagespflege vergleichbar mit den Angeboten der Kommunen werden können.

Auch von den Politikern, die derzeit nicht zur Wahl stehen, gab es Unterstützung. Allen voran Oberbürgermeister Peter Rosenberger, der der Vorsitzende des Vereins ist und drei Kinder in der Tagespflege betreuen lässt. Rosenberger wies darauf hin, dass die derzeitige Betreuung von rund 700 Kindern erst der Anfang sei, "denn die Arbeit wird immer flexibler und so muss es auch die Betreuung sein". Deshalb solle es von der Stadt mehr Geld geben, so Rosenberger. 1000 Euro gab es an diesem Abend von der Kreissparkasse Freudenstadt.

Landrat Klaus Michael Rückert übergab die Spende an Rosenberger. "Als unverzichtbaren Kooperationspartner" bezeichnete Bernhard Haas, Bürgermeister von Dornstetten, als Vertreter der Kreisgemeinde, den Verein für den Landkreis. "In Horb hatte man die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt und gehandelt", so Haas. Die, die damals diese Zeichen erkannt haben, waren Barbara Wais und Elisabeth Brix, die mit fünf anderen das Gründungsprotokoll in den damaligen Schillerstuben unterschrieben haben. 1996 waren es 28 Kinder, die es zu betreuen gab. "Damals musste man, wenn man eine D-Mark ausgeben wollte, lange suchen. Meistens waren es dann die Vorsitzenden selbst, die spendeten", erzählte Paul Huber.

2003 wurde der Verein für den ganzen Landkreis zuständig. 2007 übernahmen Monika Steimle und Birgit Saile-Killing und erhöhten unter ihrem Vorsitz die Zahl bis 2009 auf 314 Kinder. Die derzeit rund 700 Kinder kann man nur betreuen, wenn die Arbeit professionell ist, dies zeigte unter anderen ein Film, der anlässlich des Jubiläums gedreht worden war und die Arbeit des Vereins vorstellt.

Zehn Tagesmütter können sich nun "Qualifizierte Tagespflegepersonen" mit einem Zertifikat des Bundesverbands Kindertagespflege nennen. Ihnen wurde die Urkunde bei der Feier überreicht. Die Tagesmütter haben 160 Qualifizierungsstunden hinter sich. Sieben Tagesmütter wurden ebenso in den neu gegründeten Club "30+" aufgenommen. Sie haben als Tagesmütter mehr als 30 Kinder betreut. Kein Wunder also, dass die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Privatschulen in Deutschland den Verein als "Leuchtturm" bezeichnete.

Ein Verein also, der mit besonderen Leistungen hervorragt und Vorbild für andere ist. "Vor allem, wenn man sieht, dass wir im Land pro Jahr 1000 Tagesmütter neu qualifizieren, aber auch 1000 pro Jahr verlieren", sagte Metke in Richtung der Tageseltern im Landkreis. Der Kinder- und Jugendchor aus Bildechingen gab der Veranstaltung mit der AWO Theatergruppe einen künstlerischen Rahmen und lockerte den Abend rund um das Jubiläum, die Reden und Ehrungen auf.

 

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