Pressespiegel

Stopp für Urlaubsgeld-Regel

Schwarzwälder Bote, 04.03.2020
 

Der kürzlich gefasste Beschluss des Kreistags zur besseren Vergütung der Annexleistung "Urlaub/Krankheit" bei Tageseltern wird wieder aufgehoben.

Kreis Freudenstadt (mos). Über die Aufhebung des Beschlusses wird der Kreistag in seiner Sitzung am 16. März entscheiden. Die entsprechende Empfehlung des Jugendhilfeausschusses liegt seit Montag vor – einstimmig.

Darin gehe es um die Vergütung von Urlaub und Krankheit. Geplant war, dass künftig für maximal vier Wochen Urlaub im Jahr und maximal vier Wochen Krankheit eine Vertretungsperson die doppelte laufende Geldleistung bekommen soll, und dass die normale laufende Geldleistung in dieser Zeit aber trotzdem weiter an die Haupt-Tageselternperson bezahlt wird. Der Tageseltenverein war seinerzeit davon ausgegangen, dass dies zu Mehrkosten von etwa 16 000 Euro pro Jahr führen wird. "Beim zweiten Hinschauen haben wir nun aber festgestellt, dass wir da wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen sind", sagte der Erste Landesbeamte Reinhard Geiser zur Wiedervorlage des Themas.

Vorausgegangen war eine nochmalige Berechnung des Tageselternvereins, der auf Grundlage einer durchschnittlichen Betreuungszeit von 65 Stunden pro Kind und Monat bei derzeit 380 Kindern Mehrkosten von 321 000 statt 16 000 Euro errechnete. Aus diesem Grund soll der Beschluss nun aufgehoben und das Thema im Arbeitskreis erneut beraten werden, um eine rechtssichere und realistische Lösung zu erarbeiten.

Paul Huber vom Tageselternverein betonte, dass man das Thema nicht nur wegen des Geldes, sondern wegen weiterer Umsetzungsprobleme in Zusammenhang mit der Neuregelung erneut aufs Tapet gebracht habe. Im Landesverband habe man das Thema ebenfalls diskutiert und landesweite Empfehlungen überlegt, nachdem bisher keines der umgesetzten Modelle richtig gut funktioniere. Deshalb sei es wichtig, das Ganze in Ruhe anzugehen und gut zu überlegen, um am Ende eine "nachhaltige Lösung" zu präsentieren.

Auf Nachfrage von Kreisrätin Anita Frank (Frauenliste) betonte die zuständige Dezernentin Sarah Schauer, dass man auch den Fehler gemacht habe, bei der Berechnung den Ist-Zustand zugrunde zu legen. Realistisch sei aber, dass bei besserer Vergütung entsprechend mehr Urlaubs- und Krankheitsfälle anfallen. Bisher musste die Tagespflegeperson ihr Geld für die Dauer der Vertretung an die Vertretungsperson abgeben, weshalb viele auf Urlaub verzichtet und auch dann gearbeitet hätten, wenn sie sich gesundheitlich nicht wohl gefühlt hätten. Das sei künftig vermutlich nicht mehr so.

Auf die Frage von Anita Frank betonte Huber, dass er bisher aufgrund der besseren Vergütung keinen konkret höheren Zulauf an Tageseltern festgestellt habe. Man sei aber guten Mutes, auch weiterhin Tagespflegepersonen zu finden und die Zahlen zumindest zu halten. Auch deshalb, weil beispielsweise die Nachtbetreuung zwischenzeitlich deutlich besser bezahlt würde als bisher. Besonders in Gebieten wie Baiersbronn mit viel Gastronomie werde das genutzt. Derzeit laufe ein Qualifizierungskurs mit acht Teilnehmern, umgekehrt gebe es aber auch Abgänge.

Tageseltern gefragt

Schwarzwälder Bote, 16.08.2019

Freudenstadt/Horb. Der Bedarf an Tagesmüttern und Tagesvätern ist in den vergangenen Jahren im Landkreis Freudenstadt stark angestiegen. "Momentan ist es sehr schwierig, für alle Familien die passende Tagesmutter zu finden", sagt Ulrike Schäfer, Fachberaterin beim Tageselternverein.

Tageseltern kümmern sich im eigenen Haushalt um Kleinkinder bis drei Jahre, teilweise auch um Kinder nach oder vor dem Kindergarten oder nach der Schule, in kleinen Gruppen von insgesamt nicht mehr als fünf Kindern.

Wie der Tageselternverein mitteilt, werden im Landkreis Freudenstadt aktuell 383 Kinder bei 109 Tagesmüttern und zwei Tagesvätern betreut. Gebraucht würden noch mehr, zumal viele der jetzigen Tagesmütter in absehbarer Zeit altershalber in Rente gehen, so der Verein. Die Grundqualifizierung bildet in 160 Unterrichtseinheiten die angehenden Tagesmütter nicht nur in alltagspraktischen Fragen aus, sondern umfasst auch eine große Bandbreite fachpädagogischer Kenntnisse. Künftige Tagesmütter oder Tagesväter sollten Freude am Umgang mit Kindern mitbringen, betont Paul Huber, zweiter Vorsitzender des Tageselternvereins Freudenstadt. Gefragt seien aber auch noch gute Schrift- und Sprachkenntnisse in Deutsch und Organisationstalent. Am 11. Oktober startet der neue Grundqualifizierungskurs beim Tageselternverein. Interessenten können sich bei Melanie Pontiero (Büro Horb), Telefon 07451/6 27 94 06, oder Irina Novolodskih (Büro Freudenstadt), Telefon 07441/ 86 39 66, melden.

Neue Tagesmütter erhalten Zertifikate

Schwarzwälder Bote, 14.05.2019

Bei der Zertifikatsfeier: die neuen Tagesmütter mit Vertretern des Tageselternvereins Freudenstadt und des Landratsamts. Foto: Schwark Foto: Schwarzwälder Bote

Freudenstadt. Bei einer öffentlichen Zertifikatsfeier im Bistro des Landratsamts Freudenstadt erhielten aus Anlass des "Tags der Kinderbetreuung" einige Tagesmütter vom Tageselternverein Freudenstadt ihre Zertifikate.

Sie hatten im vergangenen Jahr ihr Abschlusskolloquium bestanden. Der zweite Vorsitzende des Tageselternvereins Landkreis Freudenstadt, Paul Huber, begrüßte dazu auch die Jugendamtsleiterin Charlotte Orzschig und Diane Schreitmüller als Leiterin der Qualifizierung. Huber erläuterte, wie der Tag der Kinderbetreuung zustande kam. Ins Leben gerufen wurde der Aktionstag von Peter Gärtner im Jahr 2012. Die Absolventinnen bereiteten sich eineinhalb Jahre lang ein- bis zweimal die Woche oder an Wochenenden auf ihre neue Aufgabe vor. 160 Stunden Theorie mussten gebüffelt werden. Nach den ersten 30 Stunden durften die Absolventinnen aber bereits mit Kindern zusammenarbeiten. Die Ausbildung war in sechs Module gegliedert. Am Ende der Ausbildung musste jede Teilnehmerin eine pädagogische Konzeption verfassen. Dabei wurden eine "Dilemma-Situation" analysiert und in einem halbstündigen Gespräch mögliche Lösungen aufgezeigt.

Glückwünsche und Dank für die geleistete Arbeit sprach Jugendamtsleiterin Charlotte Orzschig den Tagesmüttern aus. Deren wichtige Arbeit werde auch von den Kommunen gesehen, betonte Jochen Veit aus Baiersbronn als Vertreter der Kommunen. Die erfolgreichen Absolventinnen stammen aus Alpirsbach, Baiersbronn, Freudenstadt, Horb, Pfalzgrafenweiler und Schopfloch. Paul Huber versprach ihnen, sich weiterhin für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Kindertagespflege einzusetzen. Ziel sei es, dass jemand, der 40 Jahre lang als Tagesmutter gearbeitet habe, mehr als die Grundrente erhalte.

Diane Schreitmüller überreichte die Zertifikate und Rosen. Die Absolventinnen konnten sich an einem Büfett stärken und Musikstücke des Trios Quintfall genießen.

Beate Ade, Johanna Baumann, Corinne Grims, Katharina Huss, Judith Heberle, Mandy Oesterle, Larissa Nafz, Katharina Schlegel, Tanja Würth und Susanne Münstermann.

Kommt 24-Stunden-Kindergarten?

Schwarwälder Bote, 09.04.2019

Der Vorstand und die Geehrten des Tageselternvereins mit Gemeinderat Peter Schäfer (links). Foto: Baiker

Kreis Freudenstadt - Kommen im Landkreis Freudenstadt bald 24-Stunden-Kindergärten, die sieben Tage die Wochen geöffnet sind? Peter Rosenberger, Horber OB und Vorsitzender des Tageselternvereins im Landkreis, hält das zumindest für eine Überlegung wert.

Dies war Thema in der Hauptversammlung des Tageselternvereins in Wiesenstetten. Laut Rosenberger erfülle der Tageselternverein eine wichtige Funktion, auch im Zusammenspiel mit dem Jugendamt. Jedes Jahr finde die Hauptversammlung des Vereins in einer anderen Stadt oder Gemeinde statt, um den Bürgermeistern vor Augen zu führen, wie wichtig die Tagespflege ist. Es werde "großartige Arbeit" geleistet. Rosenberger geht sogar davon aus, dass man künftig auch über einen 24-Stunden-Kindergarten nachdenken müsse, der auch am Wochenende geöffnet hat. Die Kindertagespflege werde immer wichtiger.

Vorstand macht weiter

Laut Paul Huber, Vize-Vorsitzender, nimmt die Zahl der betreuten Kinder durch den Tageselternverein seit 1996 zu. 2018 wurden 656 Kinder in 711 Betreuungsverhältnissen betreut, davon waren 359 jünger als drei Jahre. 49 Kinder davon waren ein Jahr alt, 97 zwei Jahre alt. Tageseltern haben eine wichtige Funktion im Landkreis Freudenstadt. In der Fachberatung für die Kindertagespflegestellen gibt es sechs Fachberaterinnen mit einem Gesamtumfang von 4,85 Vollzeitstellen. Die Fachberatung habe wichtige Aufgaben, darunter die Beratung der Eltern sowie die Vermittlung, Beratung und Begleitung der Tagespflegepersonen. Dazu komme die Suche neuer Tageseltern sowie deren Aus- und Weiterbildung, Konfliktberatung, Krisenintervention, die Organisation von Vertretungen, Ferienbetreuung in Horb sowie die Beratung in Sonderfällen wie Inklusion. Den Kassenbericht trug Susanne Schnürle vor. Die Entlastung beantragte Peter Schäfer, der als Gemeinderat von Empfingen ein Grußwort gehalten hatte. Sie erfolgte einstimmig. Schäfer leitete auch die Wahlen (Info).

Für die Kampagne des Tageselternvereins zur Kommunalwahl, hauptsächlich adressiert an die Kandidaten für den Kreistag, wurde ein Arbeitspapier verabschiedet, Daring gibt es Informationen zu Geldleistungen in der Kindertagepflege. Gefordert wird eine bessere Entlohnung der Randzeiten morgens von 8 Uhr und abends nach 18 Uhr, die Honorierung der Teilnahme an Fortbildungen, die Einführung eines Sockelbetrags statt der linearen Erhöhung der Förderleistung, ein Zusatzbetrag für die Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf und die Förderung der Übernachtung von Kindern in den Pflegefamilien von 22 bis 6 Uhr mit vier Stunden. Auf alle Fälle sei eine Weiterentwicklung der laufenden Geldleistung für die Tageseltern notwendig, um wenigstens den gesetzlichen Mindestlohn zu erreichen, so der Verein.

Da die Hauptversammlung in Wiesenstetten stattfand, lieferte der Verein einige Zahlen speziell für Empfingen. Demzufolge gibt es zwei Tagespflegepersonen in der Gemeinde, die zusammen sieben Betreuungsplätze anbieten.

Vier Plätze sind für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, zwei davon sind aktuell belegte Plätze durch Kinder U3 2. Darüber hinaus werden fünf Kinder über drei Jahren betreut, die allesamt schulpflichtig sind. In der Summe würden aktuell sieben Kinder aus Empfingen im Ort betreut.

Um zu zeigen, was die Tageseltern im Landkreis leisten, führte der Vorstand folgenden Vergleich an: Um alle Kinder unter drei Jahren, die derzeit auf diese Weise betreut werden, in kommunalen Einrichtungen unterzubringen, müssten im Landkreis 22 zusätzliche Krippengruppen geschaffen werden.

Eine Reihe von Tagesmüttern wurde geehrt . Langjährige Mitglieder sind Miriam Rothfuß, Elisabeth Schnürle und Gabriele Seeger, Sabine Fritz, Sita Gessert, Jutta Gücli, Ina Münzberg und Renate Turner. Für 20 Jahre wurde Susanne Walter aus Empfingen geehrt

Info: Wahlen

Bei den Wahlen wurden die Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern bestätigt:

Peter Rosenberger bleibt Vorsitzender

Paul Huber bleibt Stellvertreter

Eva Finkbeiner bleibt Schriftführerin

Susanne Schnürle bleibt Kassenwartin.

611 Kinder in der Tagespflege

Schwarzwälder Bote, 16.04.2018

Die Geehrten des Tageselternvereins mit dem zweiten Vorsitzenden Paul Huber (rechts) und Jugendamtsleiterin Charlotte Orzschig (links) vom Landratsamt Freudenstadt. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Tageselternvereins Landkreis Freudenstadt stand die Würdigung des Engagements von Tagesmüttern und der langjährigen Vereinszugehörigkeit einzelner Mitglieder.

Kreis Freudenstadt. In 707 Betreuungsverhältnissen wurden im vergangenen Jahr 611 Kinder in der Tagespflege durch 136 Tagespflegepersonen betreut und gefördert. Rund die Hälfte der Kinder war unter drei Jahren. Der zweite Vereinsvorsitzende, Paul Huber, berichtete in seinem Jahresrückblick über einen Rückgang an Betreuungspersonen, da mehr Tagesmütter ausscheiden als neue hinzukommen. Huber sprach dabei die Problematik der Verlässlichkeit und der Kontinuität an, die durch langjährige Mitarbeiter gewährleistet werden könne.

Bürgermeister Dieter Bischoff begrüßte den Tageselternverein in den Räumen des Schulzentrums Pfalzgrafenweiler und bezog in seinen Grußworten Stellung zum Schulstandort, der mit einem Hort seit zwei Jahren die räumlichen und personellen Bedingungen geschaffen hat, um auch in den Ferienzeiten eine Betreuung zu gewährleisten. Momentan nehmen 28 Kinder dieses Angebot in Pfalzgrafenweiler in Anspruch, bei dem eine Betreuungszeit von bis zu 50 Wochenstunden möglich ist. Die Gemeinde stellt monatlich 610 Euro pro Kind als Zuschuss bereit, während die Eltern im Monat bis zu 500 Euro bezahlen müssen. Bischoff sprach auch über momentan ansteigende Kinderzahlen.

Charlotte Orzschig, Jugendamtsleiterin in Freudenstadt, überbrachte die Grüße von Landrat Klaus Michael Rückert und sprach über die Qualifizierungen und Fortbildungen für neue und bereits länger tätige Tagesmütter, die stets von Änderungen betroffen seien. Als Träger stünden beim Tageselternverein die Vermittlung und Begleitung sowie die Fachberatung und Qualifizierung im Vordergrund. Dem seit 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für einjährige und ältere Kinder werde genügt. Der Tageselternverein übernehme als klassische Aufgaben neben der fachlichen Beratung die Vermittlung von Kindern zur Tagesbetreuung und begleite die Betreuungsverhältnisse.

Der Verein sei mit vier Vollzeitarbeitskräften, davon zwei befristet, einer 60-Prozent-Stelle und einer 25-Prozent-Stelle gut aufgestellt, meinte Paul Huber. Tagesmütter erhielten pro Kind und geleistete Betreuungsstunde eine Geldleistung in Höhe von sechs Euro, die auf 6,50 Euro erhöht werden könnte, sofern das von Landesseite befürwortet wird.

Fachliche Begleitung weiterentwickeln

In vergangenen Jahr konnten 331 Kinder in Betreuungsverhältnisse vermittelt werden, davon 71 Schulkinder, 83 Kindergartenkinder, 178 Kinder unter drei Jahren und sogar 36 Kinder unter einem Jahr. Allerdings wurden dem gegenüber auch 355 Betreuungsverhältnisse beendet. Für die Zukunft hat sich der Verein vorgenommen, die fachliche Begleitung weiterzuentwickeln und ein neues Qualifizierungskonzept zu erstellen.

Über die Zufriedenheit der Eltern mit der Kindertagespflege in Kooperation mit dem Tageselternverein referierte der Kindheitspädagoge Michael Müller über die Pilotstudie zu diesem Projekt. Nach dem Kassenbericht, vorgetragen von Susanne Schnürle, und einer einstimmigen Entlastung der Kassenführung und des gesamten Vorstands wurde Stefanie Schlotter einstimmig zur Kassenprüferin gewählt.

Zum Schluss der Hauptversammlung kündigte Paul Huber noch den Termin für den Festakt zum 25-jährigen Bestehens des Tageselternverein Freudenstadt an. Geplant ist hierfür der Samstag, 20. Februar, 2021.

Beim Tageselterverein Landkreis Freudenstadt wurden auch treue Mitglieder geehrt. Für 20 Jahre Mitgliedschaft wurden Christiane Gebhard, Ingrid Hoyer, Gabriele Schneider, Brigitte Schneiderhan, Susanne Walter und Theresia Zimmermann geehrt. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die seit vielen Jahren tätigen Tagesmütter Bärbel Fischer, Susanne Ring, Ursula Kolley, Sonja Kirschmann, Bärbel Bross, Ewald Schneider, Gisela Goldmann, Lucia Meyer, Silvia Holzapfel, Eva Finkbeiner, Cornelia Wöhrle, Manuele Drößler und Antoinette Huber. Sie alle durften sich über ein Buchpräsent aus der Hand von Paul Huber und den Dank des Tageselternvereins freuen.

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